Willkommen im Medical Valley-Netzwerk, AvisCode GmbH!
Wir begrüßen AvisCode als das neuste Mitglied in unserem Netzwerk. AvisCode bietet eine digitale Lösung zur Automatisierung der privatärztlichen Abrechnung in Arztpraxen, Kliniken und Laboren und vereinfacht Prozesse wie Rechnungsversand, Zahlungszuordnung und Mahnwesen.
In einem Interview mit Felix Vogel, Geschäftsführer von AvisCode, erhalten wir nähere Einblicke in das Unternehmen sowie ihre Vorgehensweisen.

Stellen Sie AvisCode bitte kurz vor – was genau bietet Ihre Plattform, und welchen Mehrwert haben Arztpraxen, Kliniken oder Labore dadurch?
AvisCode ist eine digitale privatärztliche Verrechnungsstelle, die das vollständige private Rechnungsmanagement für Arztpraxen, Kliniken und Labore übernimmt.
Unsere Plattform digitalisiert und automatisiert die gesamte Abwicklung von Privatrechnungen – von der Erstellung über den Versand bis hin zur automatisierten Zahlungszuordnung und dem strukturierten Mahnwesen.
Rechnungen können direkt aus der Praxissoftware an uns übermittelt oder alternativ über unsere Plattform erstellt werden. Anschließend übernehmen wir sämtliche weiteren Prozesse von Rechnungsversand bis Mahnwesen. Die Praxis wird administrativ vollständig entlastet.
Der zentrale Mehrwert liegt in der messbaren Zeit- und Ressourcenersparnis:
In unserer Partnerpraxis konnten wir eine durchschnittliche Entlastung von 12 Minuten pro Rechnung nachweisen, ohne, dass die Praxis Ihr Geld aus der Hand gibt.
Diese Effizienz entsteht durch:
- Wegfall von manuellem Druck, Kuvertierung und postalischem Versand
- Automatisierte Zahlungszuordnung statt manueller Abstimmung von Zahlungseingängen
- Vollständig übernommenes Mahnwesen inklusive Versand
Gerade das Mahnwesen bleibt im stark ausgelasteten Praxisalltag häufig liegen. Unsere Auswertung zeigt, dass etwa ein Drittel aller Privatrechnungen gemahnt werden muss, da Zahlungen nicht fristgerecht eingehen. Ohne konsequentes Forderungsmanagement entstehen Liquiditätsverluste und unnötige Außenstände.
Darüber hinaus stärken wir die professionelle Außendarstellung der Praxis:
Rechnungen sind individuell mit Logo und eigenen Texten gestaltbar. Patient:innen erhalten Zugang zu einem digitalen Portal, in dem sie ihre Rechnungen jederzeit einsehen und optional auf E-Mail-Versand umstellen können. Dies erhöht Transparenz und Servicequalität im Ärzt:innen-Patient:innen-Verhältnis.
Ihre Lösung automatisiert die privatärztliche Abrechnung und reduziert den manuellen Aufwand deutlich. Was unterscheidet AvisCode von klassischen Verrechnungsstellen oder anderen Abrechnungssystemen?
Der zentrale Unterschied zwischen AvisCode und klassischen privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) liegt in unserem Zahlungsmodell und unserer Rollenverteilung.
Bei traditionellen PVS-Anbietern zahlen Patient:innen zunächst auf ein Konto der Verrechnungsstelle. Die PVS bündelt die Zahlungseingänge und überweist die Beträge gesammelt – meist im Turnus von zwei bis vier Wochen – an die Praxis weiter.
Bei AvisCode überweisen Patienten direkt auf das Konto der Praxis.
Es gibt keinen zwischengeschalteten Zahlungsdienstleister und kein Fremdkonto.
Daraus ergeben sich entscheidende Vorteile:
- Schnellere Liquidität: Praxen erhalten ihr Geld ca. 2-4 Wochen früher.
- Volle Zahlungshoheit: Die Einnahmen bleiben jederzeit direkt bei der Praxis.
- Rechnungshoheit bleibt erhalten: Die Forderung verbleibt rechtlich bei der Praxis – wir übernehmen ausschließlich die administrativen Prozesse.
- Stärkung der Patient:innenbeziehung: Patient:innen überweisen direkt an ihre Praxis und nicht an einen anonymen Drittanbieter.
- Individuelle Außendarstellung: Da die Rechnungen weiterhin der Praxis gehören, können diese vollständig von der Praxis mit eigenem Logo und eigenen Texten designt werden.
Durch den Wegfall des externen Kontos und der damit verbundenen administrativen Zwischenschritte ist unser Prozess schlanker und effizienter strukturiert. Dies ermöglicht es uns, unsere Leistungen preiswerter anzubieten als klassische PVS-Anbieter – bei gleichzeitig höherer Transparenz und schnellerem Zahlungseingang für die Praxis.
Sie sprechen von einer Entlastung von MFAs und Ärzten. Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wie Ihr System den Praxisalltag erleichtert?
In vielen Praxen läuft die privatärztliche Abrechnung noch stark manuell ab. Nach der Behandlung müssen Rechnungen gedruckt, kuvertiert, frankiert und zur Post gebracht werden. Anschließend prüft das Praxispersonal regelmäßig das Praxiskonto, gleicht Zahlungseingänge mit offenen Rechnungen ab und ordnet Überweisungen manuell zu. Bleibt eine Zahlung aus, beginnt derselbe Prozess erneut für Mahnungen.
Genau hier setzt AvisCode an.
Mit unserer Lösung werden Rechnungen direkt aus der Praxissoftware an uns übermittelt oder in unserer Plattform erstellt. Mit nur einem Klick wird die Rechnung versendet – digital oder postalisch. Den gesamten weiteren Prozess übernehmen wir:
- Rechnungsversand per Post oder E-Mail
- Automatisierte Zahlungszuordnung der eingehenden Überweisungen
- Strukturierter und fristgerechter Versand von Mahnungen
- Monitoring offener Posten
- Unterstützung bei Rückfragen
Das Praxispersonal muss weder Kontoauszüge prüfen noch Zahlungen manuell abgleichen oder Mahnschreiben vorbereiten. In unserer Partnerpraxis konnten wir so eine Zeitersparnis von durchschnittlich 12 Minuten pro Rechnung messen.
Zusätzlich erhalten Patient:innen Zugang zu einem digitalen Portal, in dem sie ihre Rechnungen jederzeit einsehen und herunterladen können. In Kombination mit unserem Kund:innensupport reduziert das spürbar telefonische und schriftliche Rückfragen in der Praxis.
Das Ergebnis:
MFAs gewinnen wertvolle Zeit zurück, die sonst in administrative Routinetätigkeiten fließt. Ärzt:innen müssen sich nicht mehr mit Abrechnungsprozessen befassen und können sich vollständig auf die medizinische Versorgung konzentrieren. Gerade bei höherem Abrechnungsvolumen entsteht so eine deutliche organisatorische Entlastung im Praxisalltag.
Welche Funktionen oder Verbesserungen planen Sie aktuell, um die Abrechnung noch effizienter, digitaler oder patientenfreundlicher zu gestalten?
Unsere Weiterentwicklung orientiert sich konsequent am Feedback von Praxen und Patient:innen.
Wir verstehen AvisCode nicht als starres Abrechnungssystem, sondern als kontinuierlich optimierte Plattform.
Ein konkretes Beispiel:
Auf Wunsch einer Partnerpraxis haben wir ein erweitertes Statistik- und Reporting-Modul entwickelt. Praxen erhalten nun detaillierte Kennzahlen mit interaktiven Grafiken – etwa zu Zahlungseingängen, Mahnquoten oder durchschnittlichen Zahlungszeiten. Dadurch wird die Abrechnung nicht nur administrativ entlastet, sondern auch strategisch auswertbar.
Ein weiteres Praxisfeedback betraf die Patient:inneneneinwilligung zur Datenweitergabe.
Hier haben wir einen vollständig digitalen Prozess geschaffen: Das Einverständnisformular kann nicht mehr nur klassisch ausgedruckt, sondern direkt online unterschrieben werden. Patient:innen scannen in der Praxis einen QR-Code, unterschreiben digital und können gleichzeitig E-Mail-Rechnungen aktivieren.
Das erhöht die Patient:innenzufriedenheit und spart Porto durch einen modernen Ablauf.
Neben der kontinuierlichen Integration von Patient:innen und Ärzt:innen Feedback arbeiten wir gerade an zwei zentralen Weiterentwicklungen:
- Expansion in weitere Heilberufe:
Neben humanmedizinischen Rechnungen gemäß der GOÄ planen wir die Ausweitung auf Zahnärzt:innen, Physiotherapeut:innen und Heilpraktiker:innen. Damit skalieren wir unser Modell auf zusätzliche Gesundheitsmärkte. - Intelligente Rechnungsoptimierung:
Wir entwickeln derzeit ein Modul zur Abrechnungsanalyse, das Hinweise auf potenziell nicht abgerechnete Ziffern gibt und Optimierungsvorschläge macht. Ziel ist eine vollständigere und wirtschaftlich optimierte Rechnungserstellung – selbstverständlich unter Wahrung der Abrechnungsvorgaben.
Können Sie erläutern, warum gerade der direkte Austausch mit Praxen für Ihr Unternehmen wichtig ist und welche Art von Kooperationen Sie hier anstreben?
Gerade als junges Unternehmen ist der direkte Austausch mit Praxen für uns ein zentraler Erfolgsfaktor.
Wir entwickeln unsere Plattform konsequent praxisnah. Der unmittelbare Dialog mit Ärzten, MFAs und auch Patient:innen hilft uns, reale Abläufe zu verstehen, Schwachstellen im Abrechnungsalltag zu identifizieren und unsere Lösung gezielt weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es nicht, eine theoretisch gute Software zu bauen, sondern ein System, das im Praxisalltag tatsächlich funktioniert und spürbare Entlastung schafft.
Dabei sind für uns sowohl Einzelpraxen als auch größere Praxisverbünde oder standortübergreifende Strukturen hochrelevante Kooperationspartner. Kleinere Praxen geben uns wertvolle Einblicke in effiziente, schlanke Abläufe, während größere Einheiten zusätzliche Anforderungen an Skalierbarkeit, Reporting und Prozessstandardisierung mitbringen.
Wir streben daher Kooperationen an, die über eine reine Dienstleister-Kunden-Beziehung hinausgehen:
Pilotpartnerschaften, gemeinsame Prozessoptimierungen und langfristige Entwicklungspartnerschaften, bei denen Praxisfeedback direkt in unsere Produktstrategie einfließt.
Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit unseren Partnerpraxen eine neue, digitale und zugleich praxisnahe Form der privatärztlichen Abrechnung zu gestalten.
Als Mitglied im Medical Valley – welche Chancen sehen Sie hier für Kooperationen, Wissensaustausch oder gemeinsame Projekte mit anderen MedTech- oder HealthTech-Unternehmen?
Neben dem direkten Austausch mit Arztpraxen sehen wir insbesondere die Zusammenarbeit mit anderen MedTech- und HealthTech-Unternehmen als große Chance. Gerade im Bereich der privatärztlichen Abrechnung gibt es zahlreiche Schnittstellen zu angrenzenden Lösungen.
Besonders spannend sind für uns Kooperationen mit:
- Anbietern von Praxissoftware
- Unternehmen im Bereich Rechnungs- und Abrechnungsoptimierung
- Praxisberatungen und Management-Dienstleistern
- Digitalen Patient:innenkommunikationslösungen
Unser Ziel ist es, gemeinsam integrierte Lösungen zu entwickeln, die Prozesse nicht isoliert verbessern, sondern ganzheitlich denken. Beispielsweise durch technische Schnittstellen, White-Label-Integrationen oder kombinierte Serviceangebote, die administrativen Aufwand weiter reduzieren und wirtschaftliche Transparenz erhöhen.
Darüber hinaus sehen wir im Netzwerk großes Potenzial für den Austausch über regulatorische Entwicklungen, Digitalisierungstrends, KI-Anwendungen oder Skalierungsstrategien. Das hilft uns, frühzeitig Impulse aufzunehmen und unsere Plattform zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.