Mit seiner langjährigen Erfahrung in internationalen Konzernen und Start-ups unterstützt Roland Herterich Unternehmen bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle und nachhaltiger Wachstumsstrategien. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Business Development, Business Planning, strategische Ausrichtung, Marketing und Vertrieb. Als neues Mitglied im Medical Valley-Netzwerk stellt er sich in unserem Interview vor und gibt spannende Einblicke in seine Expertise.

Herr Herterich, Sie begleiten Startups als Mentor und unterstützen Gründerinnen und Gründer mit Ihrer Erfahrung. Was bewegt Sie dazu, Ihr Wissen an junge Unternehmen weiterzugeben?
Ich sehe viele Businesspläne, die das Produkt bzw. den Service im Fokus haben, was ja auch richtig ist. Die Teams beschreiben ihr Produkt sehr ausführlich und sind manchmal sehr detailverliebt. Dennoch benötigen manche Gründungen Unterstützung bei der strategischen Ausrichtung, Preisbildung, im Marketing, Vertrieb und Business Development. Das beste Produkt nützt nichts, wenn es am Markt nicht adäquat angeboten wird.
Da ich selbst in der Industrie gearbeitet und auch Unternehmen gegründet habe, ist es mir ein Anliegen, Startups zu unterstützen, um anfängliche „Umwege“ zu vermeiden. Es ist für mich schön zu sehen, wenn das eigene Wissen und die Erfahrung in ein Unternehmen einfließen.
Viele Startups stehen vor der Herausforderung, aus einer innovativen Idee ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln. Welche Themen beschäftigen Gründerinnen und Gründer in Ihrer Beratung besonders häufig?
Häufig werden mir Fragen gestellt bzw. ich stelle sie, welche Zielgruppen und welchen Markt sie bedienen wollen. Die zentrale Frage ist: Woher weiß ich, dass die innovative Idee auch Abnehmer findet?
Es sind essenzielle Fragen, die über die Produktentwicklung hinausgehen: Wie wird aus einer Idee ein erfolgreiches Produkt? Wie muss mein Unternehmen aufgestellt sein? Wie organisiere ich Business Development? Welche Vertriebsstrategie fahre ich?
Durch Ihre langjährige berufliche Erfahrung können Sie junge Unternehmen mit einer besonderen Perspektive unterstützen. Welche Erfahrungen oder Erkenntnisse sind aus Ihrer Sicht für Startups besonders wertvoll?
Die jungen Unternehmen wissen sehr viel – viel mehr als ich. Ich sehe meinen Input darin, die richtigen Fragen zu stellen, auch wenn sie unbequem sind. Zudem profitieren die Unternehmen von dem Wissen über die verschiedenen Akteure und deren Erwartungshaltungen. Die Akteure im Healthcare-Bereich sind sehr unterschiedlich und haben unterschiedliche Interessen. Richtet sich mein Angebot an Kliniken, Ärzte, Patienten oder an die Industrie? Für jede dieser Zielgruppen kann die Vorgehensweise unterschiedlich sein – und da kommt meine Expertise ins Spiel.
Neben Ihrem Engagement im Medical Valley beraten Sie auch im Rahmen der AktivSenioren Unternehmen und Gründerteams. Was zeichnet eine gute Beratung aus und welchen Mehrwert bietet der Austausch zwischen erfahrenen Expertinnen und Experten sowie der nächsten Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern?
Wir als AktivSenioren – alle mit langjähriger Managementerfahrung – wollen die Gründerteams unterstützen und möchten, dass die Kompetenz in den Teams bleibt. Wir selbst schreiben z. B. nicht die Businesspläne, sondern geben Hilfestellungen und begleiten sie dabei. Darüber hinaus führen wir auch zu speziellen Themen (z. B. Business Development, Vertrieb, Geschäftsfeldanalyse) Workshops durch – immer mit dem Ziel, dass die Teams in diesen Bereichen Handlungsansätze erhalten.
Was macht für Sie persönlich den Reiz aus, Startups auf ihrem Weg zu begleiten, und welche Entwicklungen oder Ideen im Healthcare-Bereich begeistern Sie aktuell besonders?
Startups haben kreative und innovative Ideen, die gerade im Gesundheitswesen, das in vielerlei Hinsicht Innovationen nötig hat, von großer Bedeutung sind. Es macht Spaß zu sehen, mit welchen Ideen und Ansätzen die Gründerinnen und Gründer an die Themen herangehen und welche „medical / technical needs“ sie identifizieren. Wir haben in unserem Gesundheitssystem einiges aufzuholen, um sowohl Effizienzen zu heben als auch den technologischen sowie den therapeutischen und diagnostischen Fortschritt zu beschleunigen. Meines Erachtens hilft uns die technologische Entwicklung dabei, eine noch bessere Medizin anzubieten – und dafür lohnt es sich, sich zu engagieren.