WI-Systeme ist das neuste Unternehmen im Medical Valley-Netzwerk. Das Unternehmen bietet herstellerunabhängige Lösungen zur Barcode-Erfassung und -prüfung sowie Vision-Systeme für die Industrie, insbesondere in der Medizintechnik und Pharmaindustrie. Damit unterstützt WI-Systeme seine Kund:innen dabei, internationale Kennzeichnungsvorschriften wie UDI und GS1 einzuhalten und eine sichere Produktidentifikation sowie den Schutz von Patienten und Patientinnen zu gewährleisten.
In einem Interview mit Geschäftsführer Johann Forster erfahren Sie mehr über das Unternehmen und ihre Vorgehensweisen.

Stellen Sie WI-SYSTEME GmbH kurz vor – wer Sie sind und welche Lösungen bieten Sie für die Industrie, insbesondere Medizintechnik und Pharma, an?
Die WI-SYSTEME GmbH vertreibt und integriert 1D- und 2D-Barcodelese- und Prüfgeräte, Etikettendrucker, Vision-Systeme und Tablets für die Industrie – und das seit über 20 Jahren.
Für Medizinprodukte und Pharmaprodukte bieten wir spezielle Prüf- und Lesesysteme an, die UDI-Codes (Delegierte Verordnung 2017/745) und Codes mit Seriennummer (Delegierte Verordnung 2016/161) messtechnisch bewerten. Die entsprechenden Methoden sind in internationalen Normen definiert (ISO/IEC 15415, ISO/IEC 29158). In beiden Fällen verlangen die Verordnungstexte, dass die Codes zuverlässig lesbar sind. Ein belastbarer Verweis ist jedoch nur mit Messgeräten möglich, nicht mit Lesegeräten, da jedes Lesegerät individuelle Eigenschaften hat.
Sie arbeiten herstellerunabhängig im Auto-ID-Bereich. Was macht Ihre Prüflösungen und Systeme besonders, und wie profitieren Unternehmen konkret davon?
WI-SYSTEME ist Partner verschiedener renommierter Hersteller im Auto-ID-Bereich und kann dadurch stets kundenorientierte Lösungen anbieten.
Die Prüfsysteme können vom Anwender eigenständig justiert und kalibriert werden. Sie lassen sich sowohl als Stichprobenmessgerät einsetzen als auch für automatische Messungen in der laufenden Produktion (je nach Typ in Bewegung oder im Stillstand). Der Anwender profitiert davon, dass er seinen Kennzeichnungsprozess jederzeit unter Kontrolle hat, Fehler frühzeitig erkennen und beheben kann und einen messtechnischen Nachweis der Codequalität gegenüber seinem Anwender und seiner Kundschaft vorlegen kann.
Die Einhaltung von Kennzeichnungsvorschriften wie UDI oder GS1 ist zentral. Können Sie ein Beispiel nennen, wie Ihre Systeme Unternehmen dabei unterstützen, diese Anforderungen sicher umzusetzen?
Die Kennzeichnungsvorschriften, die sich aus den Gesetzestexten sowie z. B. aus GS1, HIBCC, IFA oder ICCBA Ausführungen ableiten, sind umfangreich. Zudem decken diese Spezifikationen auch andere Industrien ab. Wir unterstützen Unternehmen bei der Auswahl der richtigen Codeart, bei der optimalen Einstellung der Kennzeichnungssysteme sowie bei der Definition interner Qualitätsanforderungen.
Darüber hinaus bieten wir unserer Kundschaft Schulungen, Beratungen sowie Gerätequalifizierungen (z. B. IQ/OQ) an.
Durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Herstellern entwickeln Sie individuelle Lösungen. Welche Trends oder Technologien sehen Sie aktuell, die Sie in Zukunft stärker integrieren möchten?
Im Pharma- und Medizingeräteumfeld wurde der Umstieg von Strichcodes auf 2D-Matrix-Codes bereits vollzogen. Nun geht es vor allem darum, die bestehenden Verfahren zur Kennzeichnung weiter zu optimieren – etwa durch eine höhere Prozesssicherheit, schnellere Kennzeichnung und gegebenenfalls eine automatische Codemessung nach dem Kennzeichnungsvorgang.
Ebenso gewinnt die geeignete Hardware-Beratung für Unternehmen, die Track-and-Trace-Softwarelösungen anbieten, zunehmend an Bedeutung.
Als Mitglied im Medical Valley – welche Chancen sehen Sie hier für Kooperationen oder Partnerschaften, und was erwarten Sie sich vom Austausch mit anderen Netzwerkmitgliedern?
Zum einen sehen wir großes Potenzial im Austausch zu aktuellen regulatorischen Entwicklungen auf nationaler, EU-weiter und internationaler Ebene – und daraus abgeleitet in einer noch besseren Beratung unserer Kund:innen.
Zum anderen möchten wir unser Wissen aktiv ins Netzwerk einbringen, etwa zu Codeeigenschaften, verschiedenen Datensyntaxen, zur Qualitätskontrolle gekennzeichneter Codes sowie zu den Stärken und Schwächen unterschiedlicher Kennzeichnungsverfahren.